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Frau trägt Merinowolle-Outfit und steht auf einer Wiese, umgeben von einer Schafherde

Die Wahrheit über Merinowolle

Welcher Gedanke kommt Euch beim Wort „Wolle“ als erstes in den Sinn? Wir denken sofort an ein warmes, flauschiges und angenehmes Gefühl auf der Haut.

Ihr fragt Euch, was Wolle so besonders macht? Was sie wirklich kann, wie sie hergestellt wird und was es mit dem Hype um Merinowolle auf sich hat, erfahrt Ihr heute.

Zudem berichten wir nicht nur über die positiven Eigenschaften, sondern beleuchten auch die Schattenseiten – insbesondere bei Merinowolle. Gut aufpassen, es wird spannend!

Von Pia Erichsen
28. September 2023

In verführerischem Rot, mit Spitze oder in Basic-Nude Tönen: Damenunterwäsche kommen in allen Größen, Formen und Materialien. Viele haben jedoch eine Gemeinsamkeit: die kleine Schleife an der Vorderseite der Unterwäsche. Wir nehmen Dich mit auf eine Reise in die Vergangenheit und klären Dich auf, weshalb das kleine Accessoire schon vor hundert Jahren an genau der gleichen Stelle saß, denn sie ist nicht einfach nur ein Aufhübscher von Unterwäsche, sondern auch ein historisches Überbleibsel von wichtiger Bedeutung. 
Die Wurzeln der Tradition stammen aus unelastischen Tagen, als Frauenunterwäsche nicht in bequemen, dehnbaren Stoffen produziert wurden. Damenslips wurden vorne mit einem Band, das durch Ösen gefädelt wurde, zusammengehalten und statt eines Knotens banden die Frauen eine Schleife, die Unterhose konnte also so fest angezogen werden, bis sie perfekt passte. Durch das binden des Bändchens entstand ganz einfach das niedliche Detail, welches noch eine weitere Funktion erfüllt: Früher mussten die Frauen früh und bei Dunkelheit aufstehen, die Schleife diente dabei als Orientierung, um den Damenslip richtig herum anzuziehen. Heutzutage hat das süße Detail nur noch einen dekorativen Zweck, jedoch sollte die Geschichte dahinter nicht vergessen werden.

Was ist Wolle eigentlich?

Kurz erklärt: Wolle bezeichnet die weichen Haare, vor allem von Schafen. Es gibt jedoch auch Wolle von Ziegen, Kamelen, Angorakaninchen und weiteren Tieren.

Es handelt sich um ein natürliches Produkt, das durch Scheren gewonnen und anschließend zu Garn versponnen wird. Wolle gilt als einer der besten und gesündesten Rohstoffe für Textilien und wird vielseitig eingesetzt.

Wichtig: Steht auf Deiner Kleidung die Bezeichnung „Wolle“, bedeutet das lediglich, dass sie aus reiner Wolle besteht. Die Kennzeichnung gibt jedoch keine Auskunft über Herkunft oder Qualität.

So wird Wolle zum Garn

Nach dem Scheren wird die Wolle nach Farbe und Qualität sortiert und gewaschen.

Im gereinigten Vlies sind die Fasern zunächst ungeordnet, daher werden sie aufgelockert und gekämmt. In diesem Schritt kann die Wolle auch gefärbt werden.

Anschließend werden die Fasern zu Garn gesponnen. Der gleichmäßige Faden entsteht durch das Verziehen und Zusammendrehen der einzelnen kurzen Fasern.

Zum Schluss wird das Garn auf ein Knäuel oder zu einem Strang gewickelt.

Bild Schafe auf einer Wiese

Positiv 

  • Sie wärmt, wenn es kalt ist Sie 
  • kühlt, wenn es warm ist 
  • Sie ist schmutzabweisend 
  • Sie ist besonder leicht bei hoher Wärmeleistung 
  • Sie ist resistent gegen unangenehme Gerüche 
  • Sie verfügt über einen natürlichen UV-Schutz 
  • Sie ist atmungsaktiv 
  • Sie nimmt Feuchtigkeit auf 
  • Sie ist elastisch 
  • Sie knittert nicht 
  • Sie lädt sich nicht elektrostatisch aus 
  • Sie ist schwer entflammbar

Negativ 

  • Sie kann beim Waschen leicht eingehen 
  • Sie kann auf empfindlicher Haut kratzig sein 
  • Es können sich Knötchen und Fusseln bilden 
  • Sie ist anfällig für Motten 
  • Sie hat eine geringe Reißfestigkeit

Die beliebte Schafswolle

Bis ins 19. Jahrhundert war Wolle ein kostbares Material und wurde nur von privilegierten und wohlhabenden BürgerInnen getragen. Seit Europa Schafwolle aus Australien und Neuseeland importieren kann, ist sie in großen Mengen verfügbar und für eine breite Bevölkerung erschwinglich geworden.

Das geschorene Fell von Schafen wird Vlies genannt und besteht aus zwei Schichten: einer äußeren, eher groben Haarschicht, die vor Witterung schützt, und einer inneren, weichen und feinen Schicht, die die Körpertemperatur reguliert.

In der Regel wird die Schafwolle aus den inneren Haaren gewonnen. Das flauschige Gefühl entsteht durch die schuppige Oberfläche und die Kräuselung der Fasern, die je nach Rasse variieren. Je gleichmäßiger die Struktur, desto höher die Qualität der Kleidung.

In Deutschland werden Schafe meist einmal im Jahr geschoren. Durchschnittlich liefert ein Schaf etwa 3,5 kg Wolle – abhängig von Rasse und Alter.

Zwei Frauen tragen Merinowolle-Wäsche im Vordergrund, Im Hintergrund befinden sich Schafe
Zwei Frauen tragen Merinowolle-Wäsche

Warum Merinowolle nicht kratzt

Merinoschafe gehören zur Rasse der Feinwoll-Schafe. Ihre Haare sind besonders fein, weich und stark gekräuselt. Die Fasern der Merinowolle sind nur etwa halb so dick wie herkömmliche Wollfasern und deutlich feiner als menschliches Haar.

Je feiner die Wollfasern sind, desto stärker krümmen sie sich beim Kontakt mit der Haut. Merinofasern weisen bis zu 40 Richtungsänderungen pro Zentimeter auf, wodurch die Haut weniger gereizt wird und kein unangenehmes Jucken entsteht.

Fasern ab einer Dicke von etwa 25 Mikrometern empfinden wir als kratzend. Merinowolle liegt jedoch meist zwischen 16,5 und 24 Mikrometern. Gewöhnliche Schafwolle ist deutlich gröber, während menschliches Haar einen Durchmesser von etwa 30 bis 80 Mikrometern hat.

Worauf Ihr beim Kauf von Merinowolle achten solltet 

Auf den ersten Blick scheint Merinowolle nur Vorteile mit sich zu bringen, doch ist das wirklich so? Bei all den tollen Eigenschaften gerät eine wichtige Frage schnell in den Hintergrund: Woher genau stammt die Wunderwolle? Könnt Ihr mit dem Begriff "Mulesing" etwas anfangen? Falls nicht, müsst Ihr unbedingt weiterlesen! Wir bringen Licht ins Dunkle.

Das große Problem "Mulesing" 

Was viele nicht wissen ist, dass die Herstellung von Merinowolle oftmals mit großem Leid für die Tiere verbunden. Damit möglichst viel Wolle gewonnen wird, werden die Merinoschafe auf viele Hautfalten gezüchtet. Dadurch sind die Schafe besonders anfällig für den Befall von Fliegenmaden. Die Fliegen legen ihre Eier in die Hautfalten in der After- und Genitalregion ab, denn dort ist es warm, feucht, schmutzig und schlecht belüftet. Die geschlüpften Fliegenmaden fressen sich in das Gewebe der Schafe und dadurch kommt es zu schweren Entzündungen und oftmals zum Tod der Schafe. Um dies zu verhindern werden den Lämmern die Hautfalten um After, Vulva und Schwanz ohne Betäubung herausgeschnitten. Die Narben werden nicht weiter behandelt und müssen von alleine heilen. Auf dem Narbengewebe wächst keine Wolle mehr und die Fläche bleibt faltenfrei, so dass die Fliegen keine Maden legen können.

Mulesingfreie Produktion

Wir bei Comazo verurteilen so ein Verfahren auf das Schärfste und setzen deshalb auf 100% mulesingfreie Produkte.

Darauf solltet Ihr beim Kauf von Merinowolle achten 

  • Fragt, ob die Wolle in Australien produziert und das "Museling"-Verfahren eingesetzt wurde 
  • Gibt es keine Auskunft über das Herstellungsverfahren, kauft keine Merinowolle 
  • Verlangt Transparenz von allen Unternehmen, die Produkte aus Merinowolle anbieten und bisher keine Auskunft geben 
  • Unterschreibt Protestbriefe und unterstützt Kampagnen gegen dieses Verfahren, damit auch Australien ein Verbot ausspricht

Wenn Ihr auf der Suche nach hochwertiger, tierfreundlicher und nachhaltiger Kleidung seid, dann entdeckt jetzt unsere mulesingfreie Merinowolle-Kollektion.